Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
 
Bundesjugendspiele für das Schuljahr 2020/2021
 
In Zeiten der Corona-Pandemie ist es eine besondere Herausforderung, in Schulen und Sportvereinen unter strengen Hygieneregeln, Sport für Kinder und Jugendliche zu organisieren. Für viele Wochen gab es aufgrund der Pandemie in ganz Deutschland nur wenige, eingeschränkte sportliche Angebote in den Sportvereinen sowie keinen oder nur sehr eingeschränkten Schulbetrieb – und damit auch keinen Sportunterricht. Aber dies soll sich im kommenden Schuljahr 2020/2021 ändern. Angestrebt wird, in allen Schulen wieder einen regulären Schulbetrieb nach geltender Stundentafel und im Klassenverband oder in einer festen Lerngruppe zu erteilen. Dies bedeutet, dass alle Fächer – also auch der Sportunterricht – unterrichtet werden, auch wenn eventuell Modifikationen vorgenommen werden müssen. Damit besteht auch die Möglichkeit, dass weitere Sportangebote wie die Bundesjugendspiele grundsätzlich stattfinden können.
 
Denn: Dabei sein ist alles! Das ist das Motto für die Olympischen und Paralympischen Spiele, und das ist auch das Motto für die Bundesjugendspiele: „Alle machen mit!“. Selbst wenn die Olympischen und Paralympischen Spiele wegen der Corona-Pandemie erst im Jahr 2021 stattfinden sollen, fiebern doch alle Sportlerinnen und Sportler sowie alle übrigen Beteiligten den Sommerspielen im nächsten Jahr entgegen. Und das Gleiche trifft auch auf die Schülerinnen und Schüler zu, wenn es gelingt, die Bundesjugendspiele auch unter veränderten Bedingungen zu einem Schulsportfest werden zu lassen.
 
Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Pandemie spielen regelmäßige Bewegung und Sporttreiben zur Stärkung des Immunsystems eine besondere Rolle. Die Bundesjugendspiele können einen Beitrag leisten, Schülerinnen und Schüler hierfür zu sensibilisieren und sie zu Sport, Spiel und Bewegung anzuregen.
 
Dabei ist das Wichtigste nicht das Siegen, sondern das Teilnehmen. Es geht darum, sich zu bewegen, Freude zu haben und sein Bestes zu geben. Vor allem aber geht es bei den Bundesjugendspielen um Fairness, Respekt, Teamfähigkeit und soziale Kompetenzen. Sei es, wenn es gilt, sich gegenseitig anzufeuern und beim Durchhalten zu unterstützen, sei es, wenn man lernt, durch entsprechenden Abstand Sicherheit zu gewährleisten oder sei es bei der aktiven Mitwirkung an der Organisation der Bundesjugendspiele.
 
Bewegung ist ein wichtiger Ausgleich zum langen Sitzen im Klassenzimmer und gleichzeitig ein bedeutender Faktor zum Stressabbau und zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Kinder und Jugendliche können bei den Bundesjugendspielen im Sportunterricht Gelerntes anwenden, die eigene Leistungsfähigkeit im Wettbewerb, Wettkampf oder Mehrkampf kennenlernen und diese Erfahrungen auf andere Lebensbereiche übertragen.
 
Kinder und Jugendliche können bei den Bundesjugendspielen in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen und Turnen die Regeln sportlicher Fairness kennenlernen: Leistungen anderer anerkennen und würdigen sowie auch den Schwächeren Respekt zollen. Das gemeinsame Sporttreiben mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung hilft, Vorurteile abzubauen und den Weg zu einem gemeinschaftlichen Miteinander zu ebnen. Somit bieten die Bundesjugendspiele eine Möglichkeit zu einer gelungenen Inklusion.
 
Die Bundesjugendspiele können ein Anreiz hin zu einem sportlichen Leben sein, zu mehr Bewegung, gepaart mit dem Wunsch, künftig sogar im Sportverein mitzumachen und dort den olympischen und paralympischen Vorbildern nachzueifern. Im Verein ist noch mehr möglich: neue Freundschaften schließen, den Teamgedanken stärker leben oder sich aktiv für andere engagieren und ehrenamtlich mitarbeiten. Denn auch Verantwortung zu übernehmen ist im gesellschaftlichen Zusammenhang wünschenswert.
 
Die Bundesjugendspiele leben wie die Olympischen und Paralympischen Spiele vom Mitmachen. In diesem Sinne rufen wir alle Schulen und Sportvereine in SPORTDEUTSCHLAND auf, die Bundesjugendspiele, sofern das Infektionsgeschehen dies zulässt, auch im Verlauf des Schuljahres 2020/21 durchzuführen – wenn erforderlich mit individuellen lokalen Lösungen wie z.B. einer zeitlich versetzten Teilnahme einzelner Klassen und Gruppen. Auch mit Abstand und Hygieneregeln sollen Fairplay, der gegenseitige Respekt sowie ein friedliches und freundschaftliches Miteinander im Mittelpunkt stehen.
 
Berlin, den 18. September 2020
 
 
Das Kuratorium für die Bundesjugendspiele
 

Der Präsident

Die Bundesministerin

Der Präsident

der Ständigen Konferenz

für Familie, Senioren,

des Deutschen Olympischen

der Kultusminister der Länder

Frauen und Jugend

Sportbundes

Dr. Stefanie Hubig

   Dr. Franziska Giffey 

Alfons Hörmann

 

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Kultusminister Konferenz
Deutsche Sportjugend